Osteopathie – Was ist das eigentlich?

Die osteopathische Heilkunde ist eine ganzheitliche manuelle Behandlungsmethode, die den menschlichen Körper als Einheit betrachtet.
Alles in unserem Körper ist miteinander verbunden - direkt oder indirekt:

Im Zentrum der Therapie stehen:

Es steht nicht die Behandlung einer Krankheit an sich im Fokus, sondern immer die individuelle Situation des Patienten.
Deswegen ist es gut möglich, dass mit der Therapie an einer anderen Körperstelle begonnen werden muss, als der Patient die Schmerzen angibt.
 
Der Behandler ertastet und erspürt ausschließlich mit seinen Händen und seinem gut geschulten Tastsinn Veränderungen/Verspannungen in den angegebenen Bereichen. ⇒ Vergleichbar mit dem sensibilisierten Tastsinn eines sehbehinderten Menschen, oder mit dem trainierten, hervorragenden Geschmackssinn eines Sommeliers.
 

Die drei Säulen der osteopathischen Heilkunde:

Die Osteopathie beinhaltet eine umfassende manuelle Diagnostik und Therapie

 

Der Grundgedanke der osteopathischen Heilkunde:

Normalerweise ist der Körper eine aktive Einheit, die sich selbst regulieren kann.
Doch das labile Gleichgewicht, das wir Gesundheit nennen, wird durch verschiedene Einflüsse gestört:

Hierbei kommt es zu Störungen und Kompensationsvorgängen im Körper, die zunächst nicht mit Beschwerden einhergehen müssen, aber immer zu vermehrter oder verminderter Bewegung im Gewebe führen. Oft erst Jahre später kommt es aufgrund einer akuten Fehl- oder Überbelastung zur sogenannten Dekompensation. Das heißt, der Körper kommt aus seinem Gleichgewicht und reagiert mit Schmerz.

Hier kommt der Osteopath ins Spiel - er erspürt und sucht mit den Händen die Dysfunktion(en) und behandelt diese durch gezielte Techniken. Gelingt es, der Struktur ihre Bewegungsmöglichkeit wieder zurückzugeben, kann der Organismus sich allmählich wieder regenerieren.
Der Körper erlangt seine natürliche Balance wieder und ermöglicht so den körpereigenen Regulationsmechanismen die Störung(en) zu beheben.

 

Wer und was kann osteopathisch behandelt werden:

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen leider keine spezifischen Indikationen gelistet werden.

Grundsätzlich kann osteopathisch behandelt werden, wenn Schmerzen, Bewegungs- und Funktionseinschränkungen in einer oder mehreren der oben aufgeführten "drei Säulen der osteopathischen Heilkunde" auftreten. Um die Geburt zu erleichtern können Schwangere auf Dysfunktionen im Bereich des Beckens untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Nach der Entbindung gilt es, Beckenfunktionsstörungen als Folge der Geburt aufzuspüren und zu behandeln. Auch Säuglinge können nach komplizierter Geburt und/oder funktionellen Störungen osteopathisch behandelbare Dysfunktionen aufweisen.

Um eine erfolgreiche Therapie gewährleisten zu können, ist es jedoch wichtig, Rücksprache mit dem behandelnden Therapeuten zu halten. Damit sollen schwerwiegende, vom Arzt zu behandelnde Erkrankungen erkannt werden.

Behandelt werden können Erwachsene, Säuglinge, Kinder und Jugendliche.

Osteopathische Behandlung ist in der Schwangerschaft nach der 12. Woche bis zur ca. 36. Woche möglich. Fast alle osteopathischen Techniken sind als „sanft“ einzustufen und eignen sich deshalb hervorragend ohne Gefahr für Mutter und das ungeborene Kind.

 

Therapiedauer:

Nach der Grundbehandlung ist eine individuelle Ausrichtung erforderlich. Das heisst, je nachdem wie akut oder chronisch die Beschwerden des Patienten sind, bedarf es etwa zwischen zwei und fünf Behandlungen bei akuten Geschehnissen, oder etwa zwischen drei und zehn bei chronischen.
Hinzu kommt natürlich die Individualität und Regulierungsfähigkeit des Einzelnen.
Nach Besserung der Beschwerden und /oder zur Prävention hat sich eine Fortführung der Behandlung im Drei-Monats-Intervall etabliert.

 

Wirksamkeit:

Aufgrund der noch relativ jungen Entwicklung der Osteopathie in Deutschland finden sich erst wenige deutschsprachige wissenschaftliche Publikationen.
Es gibt aber mittlerweile drei deutsche Zeitschriften für Osteopathie mit zunehmend mehr Veröffentlichungen. Auch die Osteopathie-Verbände geben Auskunft.
Anerkannte internationale wissenschaftliche Fachliteratur, mit Studien und anderen Publikationen zur Wirksamkeit der Osteopathie, findet man jedoch viele, vor allem aus den USA.